29.08.2016
Race - Zeit für Legenden
Filmzettel – Nummer 1164
Regie: Stephen Hopkins; Kamera: Peter Levy; Musik: Rachel Portman; Darsteller: Stephan James (Jesse Owens), Jason Sudeikis (Larry Snyder), Eli Goree (Dave Albritton), Shanice Banton (Ruth Salomon), Carice Van Houten (Leni Riefenstahl), David Kross (Lutz Long), Jeremy Irons (Avery Brundage), William Hurt (Jeremiah Mahoney); Länge: 118 min; Spielfilm; Kanada 2016

Inhalt

Der 20jährige Jesse Owens, ein begabter Läufer aus einer bescheidenen schwarzen Familie in Cleveland, erhält 1933 ein Stipendium für die Ohio State University. Dort erkennt der Trainer Larry Snyder das außergewöhnliche Talent des jungen Mannes und trimmt seinen Schützling auf Olympia-Kurs. Dieser ist wie die anderen schwarzen Athleten zwar den ständigen Hänseleien der weißen Football-Spieler ausgesetzt, doch als er im Mai 1935 drei Weltrekorde aufstellt, wird er in seiner Heimat zum Star und für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin aufgestellt. Als er aber mitbekommt, dass die Nationalsozialisten die Spiele auch für ihre rassistische Propaganda nutzen wollen, erwägt er zunächst einen Boykott. Da sich Avery Brundage, der Präsident des US-amerikanischen Olympischen Komitees, dann für eine Teilnahme der USA ausspricht, fährt auch Owens mit nach Berlin. Dort führt er bekanntermaßen mit vier triumphalen Goldmedaillen die Rassenideologie ad absurdum.

Kommentar

Jesse Owens gilt ohne Zweifel als einer der größten Leichtathleten aller Zeiten. Der Film des auf Jamaika geborenen Regisseurs Stephen Hopkins setzt ihm ein besonderes Denkmal, zumal die Wirkung des farbigen Sprinters weit über den sportlichen Bereich hinausging. Gezeigt wird sein legendärer Triumph vor einem ihm offiziell feindlich gesonnenen Publikum, das er bald im Sturm erobert. Dank Digitaltechnik wird das Berliner Massenpublikum im damaligen Olympia-Stadion überzeugend nachgestellt. Während ausgerechnet im NS-Staat die Umkleidekabinen nicht - wie in den USA - für Schwarze und Weiße getrennt sind, muss er daheim im luxuriösen New Yorker Hotel Waldorf Astoria anlässlich der Olympiasieger-Ehrung auf Anweisung eines Portiers den Hintereingang für Dienstboten benutzen. Leider ist der Film an einigen Stellen historisch nicht ganz korrekt, so etwa bei der Behauptung, dass auf persönliche Anweisung von Goebbels ein jüdischer US-Staffelläufer vom Wettkampf ausgeschlossen worden sei. Hier handelt es sich wahrscheinlich um eine Konzession an das amerikanische Publikum.