22.08.2016
Nur Fliegen ist schöner
Filmzettel – Nummer 1163
Regie: Bruno Podalydès; Kamera: Claire Mathon); Darsteller: Bruno Polyadès (Michel), Agnés Jaoui (Laetitia), Sandrine Kiberlain (Rachelle), Vimala Pons (Mila), Denis Polyadès (Rémi); Länge: 105 min; Spielfilm; Frankreich 2014

Inhalt

Mit 50 Jahren verläuft das Leben von Michel in geordneten Bahnen. Der Grafikdesigner arbeitet wochentags von neun bis fünf, ist verheiratet und die Kinder sind schon aus dem Haus. Doch die alltägliche Routine fängt an, ihm gehörig auf die Nerven zu gehen.Eines Tages sieht er das Foto eines Kajaks im Internet und ist sofort hellauf begeistert von der Idee, ein solches Transportmittel selber zusammenzubauen und damit auf Reisen zu gehen. Seine lebenskluge Frau Rachelle hat Verständnis für den Freiheitsdrang ihres Mannes und fährt ihn kurzerhand zu einem kleinen Fluss. Doch Michel kommt nicht weit. Nach ein paar Kilometern landet er im idyllischen Ambiente eines Ausflugslokals und trifft dort auf eine ländliche, exzentrische Bohème. Vor allem die dort lebenden Frauen haben es ihm angetan.

Kommentar

Die Flucht aus dem Alltag, insbesondere in eine Natur, die noch Abenteuer bereithält, ist ein beliebtes Motiv in der heutigen Literatur und im zeitgenössischen Film. Dazu gehören z.B. Streifen wie "Picknick mit Bären" oder "Ich bin dann mal weg". Auf ähnlichen Fluchtwegen wandelt hier der bekannte französische Regisseur Bruno Polyadès, der selber die Hauptrolle spielt. In gemächlichem Tempo und mit geschliffenen Dialogen wird die Story erzählt, wobei die leichtfüßige Inszenierung mit einer Prise Poesie und gelegentlichen Slapstick-Einlagen gewürzt ist. Außerdem werden zahlreiche märchenhafte Motive verwendet: Das gilt für den Gasthof, der einem verwunschenen Schloss ähnelt, ebenso wie für die Gelassenheit der Figuren, die nichts aus der Ruhe bringen kann, sowie für den traumhaften Schluss. Abgerundet wird die relaxte Atmosphäre vom stimmungsvollen Soundtrack, aus dem mehrere Lieder von Georges Moustaki hervorstechen.