23.05.2016
Ein Mann namens Ove
Filmzettel – Nummer 1150
Regie: Hannes Holm; Kamera: Göran Hallberg; Musik: Gaute Storass; Darsteller: Rolf Lassgard (Ove),Bahar Pars (Parveneh), Filip Berg (junger Ove), Ida Engvoll (Sonja); Länge: 107 min; Spielfilm; Schweden 2016

Inhalt

Der grantige Rentner Ove durchstreift allmorgendlich die beschauliche Wohnsiedlung seines schwedischen Heimatstädtchens. Er meldet Falschparker, inspiziert die Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung und blafft spielende Kinder an. Dabei will er eigentlich nicht mehr leben, denn nach dem Tod seiner geliebten Frau erscheint ihm alles sinnlos. Gerade als er wieder einen erfolglosen Suizidversuch unternimmt, brettern seine neuen Nachbarn mit dem Auto gegen seinen Briefkasten. Es handelt sich um eine persische Familie und obwohl diese erste Begegnung mehr als ruppig ausfällt, erkennt die Frau auf Anhieb den weichen Kern des Witwers. Und so entdeckt dieser, dass es um ihn herum immer noch genug Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt.

Kommentar

Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Fredrik Backman war in Schweden ein Riesenerfolg. Mit dem großartigen Charakterdarsteller Rolf Lassgard in der Hauptrolle des grantigen Frührentners steht genau der richtige Schauspieler im Zentrum dieser Tragikomödie. Als authentische Mischung aus Pegida-Opa und nörgelndem Rechthaber wird er wunderbar in Szene gesetzt. Da sein trauriges Schicksal dem Zuschauer in zahlreichen Rückblenden nahegebracht wird, gewinnt die Figur im Laufe des Films Verständnis und am Ende sogar Sympathie. Filmisch gesehen lehnt sich der Regisseur nicht allzu weit aus dem Fenster, zimmert aber einen passenden Rahmen für die Geschichte. In oft unbewegten, vom Stativ gefilmten Bildern lotet er die Beziehungen der Figuren untereinander sauber aus. Die entsättigte, weiche Farbgebung etabliert zunächst eine gewisse Tristesse, setzt aber auch Akzente, die im Verlauf der Handlung immer mehr die Oberhand gewinnen. Es ist vor allem die Iranerin Parveneh, was auf persisch übrigens "Schmetterling" bedeutet, die Farbe ins Spiel bringt.