02.05.2016
Spotlight
Filmzettel – Nummer 1147
Regie: Tom McCarthy; Länge: 128 min; Spielfilm; USA 2015

Inhalt

"Spotlight" heißt das investigative Recherche -Team des Boston Globe, einer der größten Tageszeitungen der USA. Anfang 2002 werden die Reporter mit einer besonders heiklen Story beauftragt. Es geht um einen pädophilen Priester, dessen zahlreiche Missetaten von der Katholischen Kirche vertuscht wurden. Bald entdeckt das Team, dass es sich um keinen Einzelfall handelt, sondern dass Dutzende andere seiner Kollegen ebenfalls Kinder missbraucht haben, die aber nie belangt und deren Opfer mit Schweigegeld ruhig gestellt wurden. Die Journalisten setzen sich mit dem Opferanwalt in Verbindung und führen Interviews mit den Betroffenen. Als sie in die höchsten Kreise der Stadt vorstoßen, müssen sie feststellen, dass den Seilschaften aus Politik, Kirche und Justiz nur schwer beizukommen ist. Dennoch geben sie nicht auf.

Kommentar

Regisseur Tom McCarthy gelingt mit seinem oscar-prämierten Film ein unaufgeregter, aber packender Thriller. In einer Zeit, als das Internet noch nicht als allumfassendes Archiv zur Verfügung stand, sieht man den Reportern bei ihrer akribischen und mühsamen Handarbeit quasi über die Schulter. In den dominierenden Innenaufnahmen des Films wälzen die Journalisten etliche Register, Karteien sowie Jahrbücher, darüber brüten sie stundenlang in Bibliotheken, Amtsstuben und in der Redaktion. So enthält das Drama zunächst ein eher klaustrophobisches Flair, ehe das Boston der Einfamilienhäuser in den Blick kommt, hinter deren Fassaden sich Trauer, Sprachlosigkeit und Traumata jahrzehntelang aufgestaut haben. Doch am Ende triumphiert die Gerechtigkeit und so variiert SPOTLIGHT das uramerikanische Thema der erfolgreichen Wahrheitsfindung, mit tollen Schauspielern und einer effektiven Regie, ebenso unterhaltsam wie authentisch.