11.04.2016
Birnenkuchen mit Lavendel
Filmzettel – Nummer 1144
Regie: Éric Besnard; Kamera: Philippe Guilbert; Musik: Christophe Julien; Darsteller: Virginie Efira (Louise Legrand), Benjamin Lavernhe (Pierre), Lucie Fagedet (Emma Legrand), Hervè Pierre (Jules); Länge: 97 min; Spielfilm; Frankreich 2015

Inhalt

Seit dem Tode ihres Mannes scheinen der jungen Witwe Louise die Probleme über den Kopf zu wachsen. Ihr provençalischer Birnenhof schreibt rote Zahlen, der Marktstand läuft nicht, die Hausbank will den Kredit kündigen und ihre pubertierenden Kinder rebellieren. Ausgerechnet in dieser Situation läuft ihr ein junger Mann vors Auto, der dabei leicht verletzt wird. Dieser Pierre verändert daraufhin ihr Leben. Er erweist sich als ziemlich anhänglich, vor allem aber als extrem komplizierter Mensch, der vor Berührungen zurückschreckt und am liebsten Primzahlen aufzählt. Mit seinem welpenhaften Charme, ebenfalls eine Folge des Asperger-Sydroms, erobert er schließlich Louises Herz. Doch dann droht ihnen das kleine Glück wieder zu entgleiten.

Kommentar

Das Asperger-Syndrom ist eine milde Ausprägung von Autismus. Damit erweist sich Pierre quasi als ein französisches Pendant zum "Rain Man", mit allen Symptomen, die dazugehören. Der Film geht sehr sensibel mit der Annäherung der beiden völlig unterschiedlichen Hautpersonen um, was insbesondere am authentischen Spiel der belgischen Schauspielerin Virginie Efira und ihres französischen Kollegen Benjamin Lavernhe liegt, die einen selbst die wundersamsten Wendungen der Geschichte glauben lassen. Der Regisseur beweist auch beim Timing der nie über Gebühr strapazierten Gags, die von leisem Humor bis hin zum Slapstick reichen, ein sicheres Händchen. Weitere Hinweise verdienen die Kamera, welche die idyllische Landschaft der Provençe kongenial einfängt, sowie der gefühlvolle Soundtrack.