28.03.2016
Der Untergang der Pamir
Filmzettel – Nummer 1142
Regie: Kaspar Heidelbach; Kamera: Daniel Koppelkamm; Musik: Arno Steffen; Darsteller: Klaus J.Behrendt (Bootsmann "Acki" Lüders), Jan Josef Liefers (1.Offizier Hans Ewald), Herbert Knaup (Kapitän Ludwig Lewerenz), Peter Striebeck (Reeder Erich Oldenburg), Max Riemelt (Carl-Friedrich von Kempin), Dietmar Bär ("Globus" Nissen), Tilo Prü; Länge: 178 min; Spielfilm; Deutschland 2006

Inhalt

Der Bootsmann Acki Lüders ist nach dem Tod seiner Frau an Land geblieben, um bei seiner 8jährigen Tochter zu sein. Zusammen mit seiner Schwiegermutter betreibt er eine ungeliebte Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. Doch dann überredet ihn sein Freund Hans Ewald, nach Hamburg zu kommen und auf der Pamir anzuheuern, wo die beiden aber auf einen sog. harten Hund als neuen Kapitän treffen. Als das Schiff nach der Überquerung des Südatlantiks in Buenos Aires ankommt, streiken dort die Hafenarbeiter. Um dennoch rentable Fracht laden zu können, ordnet der Reeder an, die als Ladung vorgesehene Gerste nicht in Säcken, sonders als Schüttgut einzulagern. Außerdem soll auch noch der Tieftank mit Gerste befüllt werden. Durch diese Umstände wird die Pamir instabil. Als sie auf der Rückfahrt in den Hurrikan "Carrie" gerät, kann das Schiff nicht standhalten und versinkt, wobei 80 Seeleute ums Leben kommen. Sechs Mann überleben.

Kommentar

Der vom Mitbegründer des Filmclubs, Dr.Matthias Esche, produzierte Film kostete ca. 8 Millionen Euro, wobei 160 Mitarbeiter hinter und 60 Schauspieler vor der Kamera beteiligt waren. Zwei Schiffe wurden adaptiert, darunter die russische Viermastbark "Sedov", die zu diesem Zweck mit 800 Litern Farbe komplett umgestrichen worden war. Außerdem wurde die moderne Sicherheitsausrüstung des Schiffes aus Seeflößen und Schlauchbooten teils entfernt, teils unter hölzernen Rettungsboot-Attrappen versteckt. Die Dreharbeiten begannen 2005 in Cuxhaven und wurden auf einer Fahrt zu den Kanarischen Inseln bei einem Aufenthalt dort fortgesetzt. Der Untergang wurde in einem Filmwassertank auf Malta inszeniert. Dabei hat man ein 20 m langes Modell des Gesamtschiffes (Maßstab 1:6) eingesetzt. Das für das Fernsehen produzierte Drama, in welches Geschichten von Abenteuerlust, Pflichtbewusstsein und Verantwortung eingebettet sind, die die deutsche Nachkriegszeit spiegeln, verfährt dort, wo es um die Menschen an Bord und ihre Lebensgeschichten geht, völlig frei. Der letzte Überlebende, Karl-Otto Dummer, der damals als Bäcker, Kochsmaat und Proviantverwalter gefahren ist, meinte dann auch :" Der Film ist schön, die Schauspieler sind Klasse, aber er hat mit der Realität absolut nichts zu tun."